"Lindern das Kunstzentrum der Region"

IX. Kulturwochen eröffnet: 14 Tage Ausstellungen in Rathaus, Schule und Heimathaus, Workshops und Konzerte

Viel Lob von Schirmherrin Gitta Connemann gab es auf der Eröffnung der Linderner Kulturwoche: Der Ruf der Veranstaltungsreihe strahlte weit über Südoldenburg hinaus.

Lindern: Mehr als zwei Wochen steht bis Ende Juni Lindern ganz im Zeichen von Kunst und Kultur. Mit Ausstellungen im Rathaus, im Schulzentrum, in Geschäften des Ortes und im Heimathaus, dem "vierten internationen Bildhauersymposium", Konzerten, Workshops, einem großen Aktionstag der Schule und dem "Lied für Lindern" haben die Verantwortlichen ein ebenso vielfältiges wie attraktives Programm auf dei Beine gestellt. Zur Eröffnungsfeier der "IX. Linderner Kulturwochen" am 12.06.2015 begrüßte Linderns Bürgermeister Karsten Hage mehr als 100 Gäste aus der Region, aber auch aus Polen sowie mehrere Künstler aus den NIederlanden. In ihren Ansprachen thematisierten sowohl die Schirmherrin der Kulturwochen, die stellvertretende Vorsitzende des CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann aus Leer, als auch der Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft, Dr. Michael Brandt die unterschiedliche Sichtweise und Bedeutungen von Kunst und Kultur in den Ballungszentren und der sogenannten Provinz! "Lindern ist in diesen Tagen das Kunst- und Kulturzentrum der Region", gab es für die hohe Qualität, die große Vielfalt und Bandbreite des Gebotenen ein dickes Kompliment von Dr. Brandt. Gemessen an der Einwohnerzahl könne sich Lindern getrost mit großen Kulturzentren messen. Der Kunsthistoriker gab eine kurz Einführung in die Papierinstallationen der Cloppenburger Künstlerin Bärbel Hische im Heimathaus, zu den Bildern von Jutta Gerdes im Rathaus, den Arbeiten der 30 Profi- und Hobby-Maler und Bildhauer in der Schule dem vierten internationalen Bildhauer-Symposium. Connemann, die einige Jahre auch Vorsitzende der Enquete-Kommision Kultur des Bundestages gewesen ist, wandte sich entschieden gegen einen sehr verengten und nur auf Institutionen wie Opernhäuser, Staatstheater und große Museen ausgerichteten Kulturbegriff und die damit häufig einhergehende Arroganz: "Provinz ist keine Frage der Größe einer Stadt, sondern der Enge des eigenen Horizontes".Der größte Förderer in Deutschland seien nicht der Staat oder Sponsoren, sondern die sieben Millionen Bürger, die sich in vielfältiger Weise kulturell engagierten in Chören, in Heimatvereinen, in Theatergruppen, in Spielmannszügen und Musikvereinen. Dort würden täglich mit riesigem Zeitaufwand und ohne Entgeld die Tugenden wie Verantwortungsbereitschaft oder Teamgeist gelebt, die Staat und Gesellschaft immer wieder einforderten. In Ballungszentren sei die Infrastruktur für diese Bereiche selbstverständlich,  auf dem Lande müsse sie erst geschaffen werden und sei daher am Ende "Bürgerkultur" im besten Sinne des Wortes. Sie rief dazu auf, ein öffentliches Bewusstsein für Kunst und Kultur zu schaffen, wie es Lindern seit vielen Jahren mit seinen Kulturwochen tue. Sie seien inzwischen nicht nur eine feste Größe im Kulturraum Südoldenburg, der Ruf strahle weit darüber hinaus. Wer hier fördere, der investiere in die Zukunft. Denn ein Kind, das an Kunst und Kultur herangeführt werde, erwerbe gleichzeitig die harten Tugenden wie Teamfähigkeit oder Disziplin. Kinder, die eine esthetisch-kulturelle Bildung genießen, lernten nach jüngsten neurobiologischen Erkenntnissen besser und schneller. Wer "Kultur für alle" fordere, der müsse auch "Kultur von allen" fördern. "Wir brauchen die kulturellen Leuchttürme ebenso wie die vielen kleineren Kulturlichter, so Connemann. Wer eine Spitze wolle, müsse dafür auf eine breite Basis bauen, wie sie gerade für ländliche Regionen typisch sei. Der Bürgermeister danke der Öffentlichen Versicherung, der LzO-Kulturstiftung und der Oldenburgischen Landschaft für die finanzielle Unterstützung der "IX. Lindernern Kulturwochen" die einen Gesamtaufwand von rund 60.000,- Euro benötigen. Im Namen der großen polnischen Delegation der Partnergemeinde Mrocza mit mehreren Künstlern und der Big Band der Kleinstadt würdigte die Leiterin des Kulturhauses, Kamilla Laczna, die bisherige fruchtbare Zusammenarbeit zwischen beiden Kommunen, vor allem im künstlerischen Bereich. Sie hoffe, dass diese Kooperation weiter fortgesetzt und ausgebaut werde. 

(Bericht: MT 15.06.2015)